Von einem, der fehlt …

Manchmal am Abend konnte man in unserem Büro hören, wie die Tür des Nachbarbüros aufgeschlossen wurde. Später stand da, an den Stuhl angelehnt, eine braune Ledertasche. Ihr Besitzer, der allgemeine Sprachwissenschaftler und ehemaliger Inhaber der Lehrstuhls für Germanistische Linguistik an der RUB, Herr Prof. Dr. Roland Harweg, veranstaltete in diesem Moment ein Oberseminar für seine ehemaligen Schüler oder erledigte seine Post, die aus aller Welt kam und in alle Welt ging. Seine Tasche wird nun aber nie mehr in unserem Büro stehen. Roland Harweg ist kurz vor Ostern verstorben. Mit ihm ist nicht nur ein bedeutender und charismatischer Universalgelehrter gegangen, der nur unter vielem anderen Mitbegründer der Textlinguistik war, sondern auch der Geist einer anderen Zeit. So lautete sein Leitspruch: „Suaviter in modo, fortiter in re – Hart in der Sache, verbindlich in der Vorgehensweise”. Damit ist die Welt nicht nur um einen scharfsinnigen Denker, sondern auch um einen liebenswürdigen und humorvollen Menschen ärmer.

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